Van Deyk

Trakehner, *1984,†2018
Stm. 169 cm, Dunkelfuchs

Züchter: Hans Eberhard Schneider, Framersheim
Besitzer: Gestüt St. Stephan, Framersheim

Beschreibung

Van Deyk wurde bei uns nur Der Chef genannt – ein Titel, den er sich mit seiner unvergleichlichen Aura redlich verdient hat – und das selbst mit seinen 34 Lebensjahren. Er war und bleibt etwas ganz Besonders. Dazu musste man ihm nur einmal in seine stets wachen Augen gucken … Im Kopf war er bis zum Schluss er immer noch jung, pfiffig und wollte gefordert werden, weswegen er auch bis zu seinem Tod ein tägliches Pflege- und Bewegungsprogramm genoss. Als Chef möchte man schließlich die ganze Aufmerksamkeit seines/des Teams genießen …

Gerne nahm Van Deyk das Zepter in die Hand, war immer einen Schritt voraus und hatte einen, im positiven Sinne, starken Charakter. Nur so ist es auch zu erklären, dass er sich nach einem Stallbrand nicht nur ins Leben, sondern auch ins Grand Prix-Viereck zurückgekämpft hat. Seine Härte, seinen Lerneifer, aber auch seine überaus elegante, leichtfüßige Bewegung vererbte er seinen Nachkommen durchschlagend.

Van Deyk wurde von meinem Vater gezogen. Er stammt ab vom Vollblüter Patricius xx.

Mit diesem verbuchte ich, nach dessen Rennbahnkarriere, in deren Verlauf er über 100.000 Mark zusammengaloppierte, Erfolge in M-Dressuren. Van Deyk war einer von insgesamt drei gekörten Söhnen des Patricius xx.

Die Mutter St.Pr./Pr.St. Vanessa, 1992 Reservesiegerin der Hessischen Landeschau, ist auf den Gründerhengst Impuls ingezogen und führt über den DLG- und mehrfachen Championatssieger Ibikus das wertvolle Blut des Pythagoras. Sie brachte in 29 Zuchtjahren 22 Fohlen zur Welt und wurde selbst 35 Jahre alt. Vanessa geht auf die Familie der Vera O 373 zurück.

Van Deyk war Prämienhengst seiner Körung 1986 in Neumünster und wurde anschließend zunächst von meinem Vater und dann von mir auf eine Karriere im Sport vorbereitet. Sechsjährig gewann er M-Dressuren, achtjährig S- und schließlich Grand Prix-Dressuren. Zusammengerechnet verbuchte er über 60 Siege und Platzierungen in schweren Dressuren bis Grand Prix.

Aufgrund der Erfolge seiner Nachkommen erhielt Van Deyk 1997 die Auszeichnung Elitehengst und 2005 gar den Titel Trakehner Hengst des Jahres. Dem vorausgegangen war der Sieg seines Sohnes Kaiserkult TSF 2004 beim Bundeschampionat der sechsjährigen Dressurpferde. Sein Enkel Grafenstolz, der sich für alle drei Disziplinen qualifiziert hatte, wurde Bundeschampion der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde und kurz darauf Weltmeister. Im folgenden Jahr wiederholte der Kaiserkult-Vollbruder Kaiserdom TSF den Warendorfer Titelgewinn – eine Sensation, hatten doch nie zuvor Vollgeschwister zwei Championatstitel gewinnen können.

Kaiserkult TSF, der unter mir ebenfalls bis Grand Prix siegreich ging, Kaiserdom TSF und der Prämienhengst Zauberdeyk sind drei von insgesamt zwölf gekörten Söhnen des Van Deyk. Polarion, der Vater von Grafenstolz, ging  selbst im Dressur-Weltcup erfolgreich. Weitere 220 sporterfolgreiche Nachkommen des Van Deyk verdienten zusammen über 180.000 Euro.

Nach 34 gemeinsamen Jahren musste ich mich im Februar 2018 von meinem Weggefährten verabschieden. Van Deyk schaut nun hoffentlich von oben zu, ich werde ihn nie vergessen!

Galerie